Entstehung von Wadenkrämpfen

Um zu verstehen, wie es zum Wadenkrampf kommt, ist es wichtig zu wissen, wie unsere Muskeln aufgebaut sind.
Entsehung von Wadenkrämpfen

Entstehung von Wadenkrämpfen

Um zu verstehen, wie es zum Wadenkrampf kommt, ist es wichtig zu wissen, wie unsere Muskeln aufgebaut sind.

Jeder Muskel besteht aus vielen einzelnen Muskelfasern, an denen Nervenendigungen münden. Bei einer willkürlichen – also beabsichtigten – Muskelbewegung sendet das Gehirn über die Nerven einen Reiz. Dieser „Impuls“ wird an die Muskeln weitergeleitet, die dadurch zum Zusammenziehen (Kontraktion) angeregt werden. Das gleichzeitige Zusammenziehen der Muskelfasern führt zur Anspannung des gesamten Muskels. So kann die gewünschte Bewegung ausgeführt werden.

Bei einem Krampf hingegen tritt der Nervenreiz unwillkürlich, d.h. unbeabsichtigt, auf. Der Muskel zieht sich zunächst teilweise, dann ganz zusammen und schmerzt dabei sehr stark. Die Schmerzen sind beim nächtlichen Wadenkrampf besonders intensiv, da die Muskeln sich schlagartig und heftig zusammenziehen. Der betroffene Muskel kann so stark schmerzen, dass der Betroffene davon aufwachen kann. Umfragen zufolge dauert ein Krampf durchschnittlich 9 Minuten an.1 Dabei sind nicht immer nur die Wadenmuskeln betroffen, auch das Fußgewölbe und die Zehen können verkrampfen. 
Entstehung von Wadenkrämpfen

Der Muskel zieht sich zunächst teilweise, dann ganz zusammen und schmerzt dabei sehr stark.

Wie ein Krampf im Detail entsteht, ist noch nicht genau erforscht. Verschiedene Ursachen sind jedoch bekannt. Unabhängig von den vielfältigen Ursachen, ist heute bekannt, dass das Zusammenspiel von Muskel und Nerven beim Krampf von Bedeutung ist. Die Nerven, die für die Motorik verantwortlich sind, „feuern“ wiederholt und schnell auf die Muskelfasern. So schnell, dass der Muskel es nicht mehr schafft, sich zu entspannen. Schon kommt es zum Krampf! Dieses Wissen hilft bei der Behandlung des nächtlichen Wadenkrampfs. Denn so ist es möglich, Ursachen-unabhängig an dieser Stelle mit einer Therapie einzugreifen und dem Betroffenen Linderung zu verschaffen. 
1 Naylor JR, Young JB. Age and Ageing 1994; 23:418-20. 
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