Ursachen für nächtliche Wadenkrämpfe

Es gibt vielfältige Ursachen für den nächtlichen Wadenkrampf. Erfahren Sie hier die möglichen Ursachen für Ihre nächtlichen Wadenkrämpfe.
Wadenkrämpfe in der Nacht

Ursachen für nächtliche Wadenkrämpfe

Nächtlicher Wadenkrampf ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom verschiedener Ursachen. Für viele Patienten bedeuten die nächtlichen Wadenkrämpfe eine große Belastung, zumal es schwierig ist, den genauen Auslöser und damit die richtige Therapie dafür zu finden. Denn nächtlicher Wadenkrampf tritt oft ohne erkennbaren Grund auf.

Treten nächtliche Wadenkrämpfe bei Ihnen häufiger auf, sollten Sie sich auf jeden Fall mit Ihrem Arzt besprechen. Er kann Ihnen am besten weiterhelfen, Ihre Fragen beantworten und eine mögliche Behandlung einleiten. 

Mögliche Ursachen sind:

Störungen des Elektrolyt- und Wasserhaushalts

Bei starkem Flüssigkeitsverlust oder zu geringer Flüssigkeitszufuhr kann es zu einem Ungleichgewicht der Mineralstoffe im Körper kommen. Die Folge sind Muskelkrämpfe. Ursache für einen starken Flüssigkeitsverlust können Durchfall, Erbrechen, entzündliche Darmerkrankungen oder auch starkes Schwitzen sein.

Magnesiummangel

Hinter Magnesiummangel verbirgt sich die Abnahme der Konzentration von Magnesium im Blut. Zu wenig Magnesium ist ungünstig für den Körper, denn der Mineralstoff wird für viele Stoffwechselvorgänge gebraucht. Ein erheblicher Magnesiummangel, hervorgerufen durch einseitige Ernährung, strenge Diäten oder auch bei Diabeteserkrankungen, kann ebenfalls Muskelkrämpfe auslösen. Dieser Fall tritt allerdings recht selten ein, Quellen zufolge nur bei ca. 10 % der Bevölkerung.5,6

Übermäßige/Geringe Belastung der Muskulatur

Sowohl eine zu starke als auch eine zu geringe Belastung der Wadenmuskulatur kann eine Ursache für nächtliche Wadenkrämpfe sein. Sportler, die beim Training stark schwitzen, spüren die Folgen von Flüssigkeitsverlust und Belastung der Muskulatur oft erst nachts in Form von schmerzhaften Wadenkrämpfen. Vor allem im Sommer, wenn draußen hohe Temperaturen herrschen. Aber auch bettlägerige Patienten haben aufgrund der Unterbelastung oft Schwierigkeiten mit Wadenkrämpfen.
Wadenkrampf: Bei Fehlstellungen und orthopädischen Problemen

Orthopädische Probleme

Bei Fehlstellungen und orthopädischen Problemen kann eine Fehlbelastung und damit Überlastung der Muskulatur schmerzhafte Muskelkrämpfe zur Folge haben. Ursachen reichen von Gelenkschwierigkeiten über eine schiefe Wirbelsäule bis hin zum Plattfuß.

Schwangerschaft

Schwangere Frauen erleben nachts oft Wadenkrämpfe, vor allem im letzten Trimester. Durch die Entwicklung des Kindes kommt es bei Schwangeren in dieser Phase häufiger zu einem Kalium- und Magnesiummangel. Die Muskelkrämpfe können zwar sehr schmerzhaft und unangenehm sein, sind ansonsten jedoch harmlos und verschwinden in der Regel von alleine, sobald das Baby geboren ist. Bei Muskelkrämpfen in der Schwangerschaft kann Magnesium wirksam sein. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt.

Alkohol

Ein übermäßiger Alkoholgenuss kann über eine Störung des Wasser- und Salzhaushalts nächtliche Wadenkrämpfe verursachen. Liegt ein langjähriger Alkoholmissbrauch vor, können die Krämpfe auch Zeichen für eine Schädigung der Nerven sein.

Gefäße

Vorerkrankungen der Gefäße wie Thrombosen der tiefen Beinvenen, Krampfadern und auch chronische Durchblutungsstörungen (periphere arterielle Verschlusskrankheit, pAVK) werden manchmal von einem erhöhten Risiko für nächtliche Wadenkrämpfe begleitet.

Störungen des Hormonhaushalts und Stoffwechsels

Bei Erkrankungen der Niere, Nebenniere, Schilddrüse und Nebenschilddrüse sind Muskelkrämpfe ebenfalls möglich, da diese Organe eine entscheidende Rolle in der Regulation von Mineral- und Flüssigkeitshaushalt des Körpers spielen.

Muskelkrankheiten

Seltener, dennoch als Ursache nicht auszuschließen: Erbliche Muskelerkrankungen können der Auslöser für Wadenkrämpfe sein. Hier sind häufig auch andere Körperbereiche mit betroffen und es können zusätzlich Muskelschwäche, Kribbeln und Taubheitsgefühle auftreten.

Medikamente



Es gibt eine Reihe von Medikamenten, die manchmal Muskelkrämpfe auslösen können. Dazu zählen unter anderem:
  • Cholesterinsenker mit dem Wirkstoff Fenofibrat
  • Tabletten gegen Bluthochdruck wie Kalziumkanalblocker, Beta-Blocker, ACE-Hemmer oder Diuretika
  • Hormonelle Verhütungsmittel (z.B. Pille) oder Hormonpräparate
  • Asthmasprays mit Salbutamol
  • Andere Wirkstoffe wie Insulin
  • Chemotherapeutika
5 Kohlmeier M et al: In Kübler et al.: Vera-Schriftenreihe Band V, Wiss. Fachverlag Dr. Fleck, 1995.
6 Vormann J.: Physiologie und Pathophysiologie von Magnesium. Schweizer Zeitschrift für Ernährungsmedizin. 2010; 1:8-13. 
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