UrsachenUngewisses Ratespiel – Ursachen schmerzhafter nächtlicher Wadenkrämpfe

Schmerzhafte nächtliche Wadenkrämpfe können verschiedene Ursachen haben. Oft lässt sich auch gar keine zugrunde liegende Ursache identifizieren. Das sorgt bei Betroffenen natürlich zusätzlich für Unsicherheit, Angst und Frust. Um auch in diesen Fällen etwas gegen die Schmerzen unternehmen zu können, ist es wichtig, auch Behandlungsmöglichkeiten zu ergreifen, die ursachenunabhängig wirken.

Wie entsteht ein Wadenkrampf?

Mit einer beabsichtigten Muskelbewegung sendet das Gehirn über die Nerven einen Reiz, durch den die Muskeln zum Zusammenziehen (Kontraktion) angeregt werden. Bei einem Wadenkrampf tritt ein unbeabsichtigter Nervenreiz auf. Der Muskel zieht sich zunächst teilweise, dann ganz zusammen und schmerzt dabei sehr stark. Die Schmerzen sind beim nächtlichen Wadenkrampf besonders intensiv, da die Muskeln sich schlagartig und heftig zusammenziehen.

Mögliche Gründe für schmerzhafte nächtliche Wadenkrämpfe

Ihr Arzt wird u.a. die folgenden Ursachen individuell abklären und gegebenenfalls weitere Untersuchungen vornehmen, um Sie mit der bestmöglichen Therapie zu versorgen.

Vorerkrankungen der gefäße

Vorerkrankungen der Gefäße werden manchmal von einem erhöhten Risiko für nächtliche Wadenkrämpfe begleitet. Zu diesen Vorerkrankungen zählen z. B. Thrombosen der tiefen Beinvenen, Krampfadern oder auch chronische Durchblutungsstörungen.

Nerven- und Muskelkrankheiten

Erbliche Muskelerkrankungen können in seltenen Fällen der Auslöser für Wadenkrämpfe sein. Hier sind häufig auch andere Körperbereiche mit betroffen und es können zusätzlich Muskelschwäche, Kribbeln und Taubheitsgefühle auftreten.

Orthopädische probleme

Die Wadenmuskulatur gehört zur Gruppe der Skelettmuskeln. Diese ermöglichen die aufrechte Haltung und die Bewegung des Körpers. Es kann hier zu Wadenkrämpfen kommen, wenn etwa Fehlhaltungen oder Erkrankungen des Skeletts vorliegen. Ursachen hierfür können bspw. Funktionseinschränkungen der Wirbelsäule oder Fußfehlstellungen sein.

alkohol

Bei übermäßigem Alkoholkonsum können nächtliche Wadenkrämpfe aufgrund einer Störung des Wasser- und Salzhaushalts verursacht werden. Liegt ein langjähriger Alkoholmissbrauch vor, können die Krämpfe auch Zeichen für eine Schädigung der Nerven sein.

störung des hormonhaushaltes und stoffwechselerkrankungen

Erkrankungen von Organen, die eine entscheidende Rolle in der Regulation des Mineral- und Flüssigkeitshaushalts des Körpers spielen, können Muskelkrämpfe zur Folge haben. So können bei einer Schilddrüsenunterfunktion nächtliche Krämpfe auftreten. Da eine Unterfunktion der Nebenschilddrüse häufig mit einer Übererregbarkeit der Muskulatur einhergeht, kann es auch hier zu anfallsartigen Muskelkrämpfen kommen. Bei Diabetes mellitus und bei Nierenschwäche/Niereninsuffizienz ist das Auftreten nächtlicher Wadenkrämpfe ebenfalls bekannt.

störungen
des elektrolythaushaltes

Bei starkem Flüssigkeitsverlust oder zu geringer Flüssigkeitszufuhr kann es zu einem Ungleichgewicht der Mineralstoffe im Körper kommen. Die Folge sind Muskelkrämpfe. Ursache für einen solchen Flüssigkeitsverlust können Durchfall, Erbrechen, entzündliche Darmerkrankungen oder auch starkes Schwitzen sein.

Schmerzhafte nächtliche Wadenkrämpfe ohne erkennbare Ursache

Oft lässt sich bei schmerzhaften nächtlichen Wadenkrämpfen kein Auslöser diagnostizieren.
Ihrem Arzt stehen jedoch Möglichkeiten zur Verfügung, auch ursachenunabhängige Wadenkrämpfe zu behandeln.

Wann hilft Magnesium bei Wadenkrämpfen wirklich?

Entgegen der allgemein verbreiteten Meinung ist Magnesium kein Allheilmittel bei Wadenkrämpfen. Magnesium kann zu einer Verbesserung führen, wenn die Krampfursache auf einen Magnesiummangel zurückzuführen ist. Rund 10 % der erwachsenen Bevölkerung wiesen gemäß einer Untersuchung eine geringe Magnesiumkonzentration auf, die auf einen erheblichen Magnesiummangel schließen lässt.2

2 Kohlmeier, M. et al.: In Kübler et al.: Vera-Schriftenreihe, Band V, Wiss. Fachverlag Dr. Fleck, 1995.

Selbst­hilfe

Bei gelegentlichen Krämpfen kann sich die Durchführung einiger einfacher Übungen lohnen.

Arzt­besuch

Zögern Sie bei schmerzhaften nächtlichen Wadenkrämpfen auf keinen Fall, zum Arzt zu gehen!

Service

Finden Sie hier hilfreiche Materialien, die Sie im Alltag und bei der Therapie unterstützen.