Fußfehlstellungen als Ursache für Wadenkrämpfe

Die Form unserer Füße ist eine wichtige Voraussetzung für den aufrechten Gang. Sie werden von Knochen, Gelenken und Bändern zusammengehalten und geformt. Eine Fehlstellung der Füße kann im Laufe der Zeit für Beschwerden sorgen und Wadenkrämpfe begünstigen

Eine häufige Ursache für die Entstehung von Fußfehlstellungen und damit einhergehende Wadenkrämpfe ist falsches Schuhwerk. Zwängen beispielsweise zu enge Schuhe den Fuß stundenlang in eine Fehlstellung, kann die Reaktion deines Körpers über das Fersenbein bis in die Wade reichen. Die Folge ist, dass Muskeln und Sehnen nicht mehr gefordert werden und zu verkümmern drohen.

Welche Fußfehlstellungen gibt es?

Durch den komplexen Aufbau unserer Füße kommen Fußfehlstellungen häufig vor und sind in der Regel auch harmlos. Sie können angeboren sein oder sich im Laufe der Zeit durch Fehl- oder Überbelastung, Verschleiß, Krankheit, Fraktur oder einen Unfall entwickeln. Dies kann zu Beschwerden wie Waden- und Fußkrämpfen, Schmerzen und Gehstörungen führen.

Knick-Senkfuß

Der Knick-Senkfuß ist eine Fußfehlstellung, bei der das Fußlängsgewölbe auf der Innenseite absinkt, während das Fersenbein nach außen wegknickt. Die häufigsten Ursachen für den Knick-Senkfuß sind Übergewicht, falsches Schuhwerk und Bewegungsmangel. Typisch für den Knick-Senkfuß sind Schmerzen am Fußinnenrand und am Innenknöchel.

Knick-Senk-Spreizfuß (Plattfuß)

Bei dem sogenannten Plattfuß handelt es sich um eine Kombination von Fehlstellungen. Der Unterschenkel und die Ferse bilden keine gerade Linie. Beim Knickfuß ist der innen liegende Fußrand abgesenkt, während der äußere Rand angehoben ist. Der Senkfuß ist charakterisiert durch eine Absenkung des mittleren Fußbereichs. Beim Spreizfuß wandern die Mittelfußknochen auseinander, sodass das Quergewölbe immer mehr einsinkt und breiter wird. 

Die häufigsten Ursachen für einen Senkfuß sind schwache Bänder oder eine Muskelschwäche. Beide Defizite werden durch unsere bewegungsarme Lebensweise und Ruhigstellung der Füße in Schuhen noch begünstigt. In der Regel werden zunächst keine Beschwerden wahrgenommen. Bisweilen kommt es nach starken Belastungen zu Fußsohlenschmerzen und vermehrten Wadenkrämpfen.

Hohlfuß

Im Gegensatz zum Plattfuß ist beim Hohlfuß das Längsgewölbe der Fußsohle nach oben gezogen und die Zehen werden in eine Krallenstellung gezwungen. Dadurch wird die Last nur von einem kleinen Teil der Fußsohle aufgenommen und der Fußballen stärker belastet. Hier können Schmerzen in der Wade von dem hinteren Schienbeinmuskel herrühren.

Hallux valgus (Ballenzeh)

Beim Hallux valgus dreht sich der große Zeh nach innen zu den kleinen Zehen. Der erste Mittelfußknochen wandert zum inneren Fußrand, wodurch sich der innere Teil des Fußes verbreitert. Ein Hallux valgus geht fast immer mit einem Spreizfuß einher.

Hallux rigidus

Der Hallux rigidus ist nach dem Hallux valgus die zweithäufigste Funktionsstörung des großen Zehs. Der Zeh ist dabei steif und schmerzhaft, was das Abrollen beim Gehen erschweren kann. Der Hallux rigidus entsteht meistens dadurch, dass das Gelenk durch Arthrose verschleißt.

Fersensporn

Der Fersensporn ist eine meist schmerzhafte Erkrankung des Fersenbeines durch starke Belastung. Ein Fersensporn ist ein knöcherner Auswuchs, der am Ansatz von Sehnen entsteht. Normales Gehen ist bei einem unbehandelten Fersensporn oft nur unter großen Schmerzen möglich.

Spreizfuß

Beim Spreizfuß handelt es sich um eine Verbreiterung des Vorfußes durch „Spreizung“ der Mittelfußknochen. Beim Gehen liegt dann hier die Hauptlast, was zu Schmerzen im Ballen- und Zehenbereich führt. Druckstellen oder Hornhautschwielen sind typische Merkmale.

Welche Ursachen haben Fußfehlstellungen?

Fußfehlstellungen können sowohl angeboren als auch erworben sein. Zu enge Schuhe oder einseitige Belastungen (z. B. beim Sport) können eine Rolle spielen. Aber auch Arthrose, Rheuma oder neurologische Erkrankungen können Fehlstellungen begünstigen – ebenso wie Verletzungen, Übergewicht oder Entzündungen. 

Eine wichtige Rolle spielt häufig die Veranlagung. Manche Menschen haben beispielsweise ein schwaches Bindegewebe und deshalb auch einen weniger stabilen Halteapparat im Fuß. Andere Fehlstellungen sind aber auch durch die körperliche Entwicklung im Kindes- und Jugendalter bedingt, denn im Wachstum sind Gelenke und Knochen formbarer.

Welche Symptome haben Fußfehlstellungen?

Fußfehlstellungen verursachen nicht immer Probleme. Manche Menschen haben nur leichte Veränderungen und trotzdem Beschwerden. Andere haben stark verformte Füße und dennoch kaum Symptome. Für Fußfehlstellungen gibt es eine Reihe von Symptomen u. a.:

Wenn Sie diese Symptome bei sich beobachten, sprechen Sie Ihren Hausarzt darauf an. Er kann beurteilen, ob eine Behandlung nötig ist. Bei einer behandlungsbedürftigen Fußfehlstellung wird er Sie an einen geeigneten Facharzt (Orthopädin/Orthopäde) überweisen.

Therapiemöglichkeiten bei Fußfehlstellungen

Ob eine Fußfehlstellung behandelt werden muss, hängt immer von der Art der Fehlstellung, dem Schweregrad und der Ursache der Fehlstellung ab. Welche Behandlung infrage kommt, besprechen Sie immer mit dem behandelnden Arzt. Bei Fußfehlstellungen ist ein(e) Orthopädin/Orthopäde die/der richtige Ansprechpartner(in).

Konservative Therapie

Bei der konservativen Behandlung geht es darum, die Fußfehlstellung mit Hilfsmitteln auszugleichen. Linderung können orthopädische Einlagen verschaffen. Sie werden individuell nach Maß angefertigt und in die normalen Alltagsschuhe gelegt, um Fußfehlstellungen auszugleichen. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit sind orthopädische Schuhe. Diese werden wie die Einlagen individuell für den Patienten angefertigt. Sie stabilisieren den Fuß und führen dadurch zu einem verbesserten Gang. Durch die reduzierte Fehlbelastung verringern sich die Schmerzen.

Je nach Art der Fußfehlstellung können Betroffene auch von Krankengymnastik profitieren. Zusammen mit einer/einem Physiotherapeutin/Physiotherapeuten werden spezielle Übungen für die Füße durchgeführt. Diese kräftigen die gesamte tiefe Muskulatur des Fußes und wirken dadurch der fortschreitenden Fußfehlstellung entgegen. Bei verkrampfter oder verkürzter Wadenmuskulatur dient ein Dehnungsprogramm zur verbesserten Steuerung des Fußgewölbes.

Operative Behandlung

Es gibt neben der konservativen Behandlung auch operative Eingriffe, die Fußfehlstellungen korrigieren können. Ob und welche Operation infrage kommt, hängt von der Art der Fehlstellung und dem Ausmaß der Beschwerden ab.